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Ausgangssituation


Die Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft und Wirtschaft sind in Deutschland trotz diverser Gleichstellungsmaßnahmen nach wie vor nicht nur durch horizontale, sondern vor allem auch durch vertikale Ungleichheiten charakterisiert. Der Angleichung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus von Männern und Frauen sowie der Steigerung der Frauenanteile in mittleren Statusebenen und Besoldungsstufen steht die Unterrepräsentanz weiblicher Erwerbstätiger in Spitzen- und Führungspositionen gegenüber (vgl. z.B. Holst 2009, GWK 2011a, Holst/Schimeta 2011 und 2012, Welpe et al. 2012). Dies gilt – wenngleich in unterschiedlichem Maße – für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ebenso wie für Wirtschaftsunternehmen. Der MINT-Bereich mit seinen entsprechenden Berufsfeldern und dortigen Führungspositionen erweist sich hierbei als ein besonderes „Problemfeld“ der weiblichen Unterrepräsentanz (vgl. z.B. Schuster et al. 2004, GWK 2011b). Da bisher nur wenige Studien existieren, die sich explizit der Frage nach Geschlechterdisparitäten in Berufs- und Karriereverläufen von MathematikerInnen und PhysikerInnen zuwenden (vgl. z.B. GWK 2008; für die Mathematik z.B. Abele et al. 2004, für die Physik z.B. Könekamp et al. 2002) und beide Gruppen vergleichend betrachten, sind die Bedeutung und mögliche geschlechterdifferierende Wirkung unterschiedlicher Fachkulturen als karrierefördernde oder karrierehemmende Einflussfaktoren nicht ausreichend erschlossen. Hier setzt das Forschungsvorhaben an, das auf der Basis von Sekundäranalysen und eigens erhobenen Daten gesellschaftliche, organisationale und individuelle Einflussfaktoren sowie fachspezifische Besonderheiten der Berufs- und Karriereverläufe von MathematikerInnen und PhysikerInnen erfassen und im Hinblick auf Interdependenzen und geschlechterdifferierende Wirkungen der genannten Einflussfaktoren analysieren will.